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Einmal Sachwalter – immer Sachwalter?

AutorIn

Marlies Sutterlüty

Kategorie(n) der Fallstudie

Bezugswissenschaften der sozialen Arbeit, Handlungsfelder der sozialen Arbeit, Management

Kurzbeschreibung

Helga V., 57 Jahre alt, lebt seit ihrer Scheidung vor 9 Jahren alleine. Im Zuge des Scheidungsverfahrens wurde für sie eine Rechtsanwältin als Sachwalterin bestellt. Frau V. ist mit dieser Maßnahme sehr unzufrieden und möchte die Aufhebung der Sachwalterschaft erreichen. Sie möchte wieder „frei“ sein.

Die Lernziele sind:
Kennen lernen einer konkreten Fallgeschichte um überprüfen zu können ob und wie sich konkrete Geschichten von kolportierten oder phantasierten Geschichten unterscheiden.
Die Fallgeschichte genau zu recherchieren und analysieren (festlegen was ich als Sozialarbeiterin wissen muß um mit der Arbeit beginnen zu können).
Die unterschiedlichen Fachbereiche, die mit der Fallgeschichte verbunden sind benennen und erschließen lernen (rechtliche, psychiatrische Grundlagen)
Grundsätzliche Position zum Thema „Sachwalterschaft“ (Vormundschaft für Erwachsene, Entmündigung,) entwickeln.
Sozialarbeit mit gesetzlichem Handlungsauftrag kennen lernen, eigene Einstellungen dazu überprüfen und eigene Position entwickeln.
Klarheit erlangen über die Möglichkeiten der Beziehungsgestaltung zwischen Sachwalterin und Klientin.
Praktisches Beispiel eines „doppelten Mandates“ (gerichtlicher Auftrag versus Wunsch und Auftrag der Klientin) kennen- und handhaben lernen.
Konkrete Handlungsstrategien für die Lösung des Problems der Klienten entwickeln.
Das hinter dieser Geschichte verborgene allgemeine Problem (dass Sachwalterschaften äußerst langlebig sind) zu erkennen und mögliche Gegenstrategien zu entwickeln (Öffentlichkeitsarbeit).

Erforderliche Vorkenntnisse der Studierenden

Eine sinnvolle Bearbeitung der Fallstudie setzt Kenntnisse aus folgenden Fachbereichen voraus:

Recht:
Sachwalterrecht (ABGB und Außerstreitgesetz)

Psychiatrie:
Psychiatrische Krankheitsbilder

Methoden:
Lebensweltorientierte Individualhilfe
Strategie des Dialogs mit den Klienten
Kritische Betrachtung der Problemdefinition
Fallberichte und Fallbeschreibungen
„Doppeltes Mandat“ (einerseits Wunsch und Auftrag der Klientin; andererseits gerichtlicher Handlungsauftrag)
Hilfsmittel zur Strukturierung (Netzwerkkarte und biografischer Zeitbalken)
Rolle des Fallarbeiters betreffend Öffentlichkeitsarbeit

Zielgruppe und mögliche Lehrveranstaltungen für den Einsatz

Der Einsatz der Fallstudie wird in den Fächern „Handlungsfeld Gesundheit“, Sozialpsychiatrie, Öffentlichkeitsarbeit, LIH, Recht, jeweils mit unterschiedlichen Hauptfragestellungen empfohlen.